Krematorium Wien: Pläne für die Erweiterung präsentiert


Feuerbestattungen liegen im Trend. So liegt der Anteil bei den Feuerbestattungen in den westlichen Bundesländern bzw. in deutschen Städten teilweise schon über 90 Prozent. In Wien liegt der Anteil mit knapp über 30 Prozent noch um einiges niedriger. In letzten Jahren ist auch in Wien der Feuerbestattungsanteil deutlich gestiegen, zuletzt von 2015 bis 2019 um 5 Prozent. Um für diese anhaltende Entwicklung für die nächsten Jahrzehnte gerüstet zu sein, wird bis Ende 2022 das Krematorium in Wien-Simmering erweitert werden.

Die Anforderungen für den Erweiterungsbau wurden klar formuliert. Dem wurde durch eine fundierte Machbarkeitsuntersuchung, die enge Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt und einen EU-weiten Architekturwettbewerb Rechnung getragen, der im Herbst 2019 mit der Architektenkammer abgestimmt und ausgelobt wurde und der jetzt Grundlage für das nachfolgende Verhandlungsverfahren mit den Objektplanern ist.

Unter dem Vorsitz von Architekt Rüdiger Lainer reihte das Preisgericht von den 38 Wettbewerbsbeiträgen nach intensiver Abwägung jenen des Grazer Büros projektCC zt gmbh mit Empfehlungen zur Weiterbearbeitung an die erste Stelle.

Die budgetierten Kosten für die Erweiterung des Krematoriums Wien belaufen sich mit Preisbasis Mai 2019 auf rund 6,25 Millionen Euro. Rechtzeitig zum 100-jährigen Jubiläum wird der Zubau Ende 2022 fertiggestellt sein.

Modernste Ausstattung und Kapazitätserweiterung

Die Kapazitäten des Krematoriums Wien werden durch den Zubau erheblich erweitert. So wird ein neuer Kühlraum und ein neuer Kremationsofen installiert, zudem wird Angehörigen künftig ein mit modernster Technik ausgestatteter Verabschiedungsraum für Trauerfeiern zur Verfügung stehen, der auch großzügige Ausblicke in den umgebenden Grünraum ermöglicht.

Die Erschließung für BesucherInnen von Trauerfeiern erfolgt über den bisherigen zentralen Eingang mittels eines außenliegenden, hellen Zugangs, der sich in einen stimmungsvollen Versammlungsbereich öffnet.

Neben der traditionellen Verabschiedung ist es zukünftig möglich, bei einer „Verabschiedung ins Feuer“ auch bei der Einfuhr des Sargs in den Ofen anwesend zu sein.

„Die Erweiterung des Krematoriums wird die zentrale Örtlichkeit für Feuerbestattungen in Wien enorm aufwerten sowie für die nächsten Jahrzehnte ausreichend Kapazitäten sicherstellen – und dabei höchsten Umweltstandards entsprechen“, freut sich Dr. Markus Pinter, Geschäftsführer der Bestattung und Friedhöfe Wien bei der Vorstellung des Projekts.

Ausstellung der ausgezeichneten Einreichungen

Die Ausstellung des Siegerprojektes und der anderen ausgezeichneten Einreichungen des Architekturwettbewerbs können noch bis Ende März 2020 im Foyer der Unternehmenszentrale der Bestattung und Friedhöfe Wien in der Simmeringer Hauptstraße 339, werktags zwischen 8 und 16.30 Uhr besichtigt werden.

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