Das war die lange Nacht der Museen

Von Albrecht Dürers berühmtem Hasen in der Albertina, bis zum Foltermuseum: in der 17. Langen Nacht der Museen, am 1. Oktober 2016, blieben für Kulturinteressierte und Museumsfans kaum Wünsche offen. Mehr als 700 Museen, Galerien und Kulturinstitutionen präsentierten von 18:00 bis 01:00 Uhr ihre Sammlungen. Die enormen BesucherInnenzahlen sprechen für sich: 356.975 Besuche konnten in der Nacht von Samstag auf Sonntag bei Österreichs jährlich stattfindendem Kulturhighlight insgesamt verzeichnet werden. Auch das Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof öffnete Tür und Tor und freute sich über rund 1.300 BesucherInnen, welche sich das vielfältige Programm am Wiener Zentralfriedhof nicht entgehen lassen wollten.

Wer vor Ort seine Eintrittskarten kaufen wollte, konnte dies bei den eigens angefertigten Kassenhäuschen tun, die an überdimensionale Särge erinnerten. Auch der Fuhrpark der Bestattung Wien konnte vor dem Museum bestaunt werden - von der historischen Kutsche bis zum hypermodernen Glaswagen. Ein paar Schritte weiter wartete dann bereits das Museum darauf, entdeckt zu werden und etwas von seiner umfangreichen Geschichte - über die Bestattungs- und Friedhofskultur des 18.Jahrhunderts bis heute - preis zu geben. Neben der Permanentausstellung gab es zusätzlich noch die Ausstellungsstücke der Sonderausstellung „Accessoire Funéraire - Kunst der Bestattung“ zu bewundern, welche sich vom Museum bis in die Aufbahrungshalle 2 erstreckten.

„Betreffend Begräbnis Raimund S.: Hinter dem Sarg ging der Neffe des Verstorben als einziger Erbe. Dann kamen die Leidtragenden“aus „Wir werden uns im Himmel wiedersehen – falls noch Platz ist“ von Prof. Julius Müller.

In der historischen Aufbahrungshalle angekommen, konnte man allerlei entdecken und erleben. Ex-Bestatter Julius Müller gab witzige Anekdoten aus seinen Büchern zum Besten und wurde dabei musikalisch von der Gruppe „Festklang“ unterstützt. Der Museums-Shop, in welchem es allerlei witzige Dinge zu erstehen gab – vom USB Stick in Skelettform, über Zigarettenhüllen und die beliebte Lego-Tram, bis hin zu T-Shirts mit witzigen Sprüchen wie „Der letzte Wagen ist immer ein Kombi“, erfreute sich ebenso großer Beliebtheit wie die Möglichkeit des Sargbemalens. Ungebrochenes Highlight der Langen Nacht der Museen war erneut das „Sargprobeliegen“. Groß und Klein nutzte die Gelegenheit für einen Test in einem der drei Sargmodelle und freute sich anschließend riesig über diese, nicht alltägliche, Erfahrung und noch mehr über die dabei entstandenen Fotos.

„Also das hätt ich mir wirklich unbequemer vorgestellt“ witzelte eine Museumsbesucherin nach dem Probeliegen.

Bestattungsmuseum